Destiny



Der Anfang

Aller Anfang ist schwer, also was schreibe ich zuerst?
Ich bin eine 30jährige Frau, 1,62m groß und 59Kg leicht, bin verheiratet habe eine Tochter und einen Sohn.
Ich habe bereits mit 16 meine Liebe zu Fesseln entdeckt, alles was damit zu tun hatte, zog mich wie magisch an. Mit meinem damaligen Freund habe ich es dann auch einmal ausprobiert und gleich Gefallen daran gefunden. Allerdings hatte ich damals noch keine Ahnung von dem Wort devot, oder Sadomasochismus. Ich wusste zwar, dass es da “sowas wie SM“ gibt, Dominas, Sklaven ect. und fand das Ganze auch irgendwie interessant aber mehr auch nicht. Und für mich war das ja sowieso nichts...dachte ich damals.

Und trotzdem, sobald ich in einem Film eine Frau sah, welche gefesselt wurde oder auch nur einen dominanten Mann, der diese Dominanz der Frau gegenüber zum Ausdruck brachte, saß ich wie gebannt davor, es kribbelte in meinem Bauch und ich konnte meine Augen einfach nicht mehr davon lösen.

Als ich 19 war heiratete ich meinen Freund, bekam unsere Tochter und das Thema SM wurde für die nächsten drei Jahre in die unterste Schublade meines Denkens und Fühlens verbannt.

Eines Tages saß ich vor dem PC und betrat einen Chat-Room. Ich lernte ein paar Leute kennen und unterhielt mich auch recht nett mit ihnen. Bald schon war ich regelmäßig in diesem Chat und plötzlich fragte mich jemand, ob ich einen Sklaven brauchen könnte. Ein wenig überrumpelt lehnte ich dankend ab mit der Begründung, ich sei selbst devot und das würde sich dann wohl nicht vertragen. Allerdings brachte diese Frage das Thema SM wieder auf den Tisch und ich beschloss mich doch mal ein wenig genauer darüber zu informieren.
So stöberte ich ein wenig auf den Lustschmerz-Seiten  ( Ich weiß gar nicht mehr, woher ich diese Adresse hatte), ich schaute mir die Info-Seiten an, worum es bei BDSM eigentlich geht, worauf zu achten ist, was sicheres Spielen ist u.s.w. (also die “Risiken und Nebenwirkungen“ *g* ), das klang für mich auch alles ganz vernünftig.

Über ein paar Links kam ich dann auf die Seite einer dominanten Frau, da waren mehrere Erlebnisberichte und ein Forum in dem sich die Autoren dieser Berichte austauschten und plötzlich verstand ich gar nichts mehr.

Ich konnte es einfach nicht glauben, dass das wirklich die selben Menschen waren, die in ihren Berichten einen anderen Menschen demütigten, erniedrigten und ihm Schmerzen zufügten und das auch noch genossen und in dem Forum machten sie sich plötzlich Gedanken über die Gefühle eben dieses Menschen, über die Art und Weise wie sie mit ihm umgehen konnten oder nicht, sie sprachen von Respekt und gegenseitiger Achtung. Das war für mich damals noch ein riesiger Widerspruch, denn in ihren Berichten war nicht die Spur von Achtung oder gar Respekt gewesen. Und das sollten wirklich die selben Menschen sein? In dem einen Moment erniedrigen
und bloßstellen und im nächsten auffangen und trösten? Sich Gedanken über die Gefühle des Anderen machen? Das erschien mir so widersprüchlich, das konnte doch nicht sein.........oder doch?

Mein Kopf sagte mir immerzu “Was regst Du Dich so auf? Genau das ist es  was sie wollen, den Schmerz und die Demütigung. Es geschieht nichts wirklich gegen ihren Willen. Es ist OK so, wie es ist.“

Aber mein Bauch schrie die ganze Zeit  “Sind die verrückt geworden?? Das können sie doch nicht machen!!“

Es hat seine Zeit gebraucht bis ich meinen Kopf und meinen Bauch unter einen Hut bringen konnte.
Bis auch mein Bauch begriff, dass BDSM nur mit gegenseitigem Respekt und Achtung funktionieren kann.
Dass es im gegenseitigen Einverständnis geschieht und sub jeder Zeit die Möglichkeit hat abzubrechen. Dass es Grenzen gib, die berücksichtigt und Tabus, die akzeptiert werden. Dass die Gefühle beider Seiten wichtig sind.

Und auf einmal war da gar kein Widerspruch mehr.

Es hatte nie einen gegeben.