Destiny
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Aller Anfang ist schwer, also was schreibe ich
zuerst? Und trotzdem, sobald ich in einem Film eine Frau sah, welche gefesselt wurde oder auch nur einen dominanten Mann, der diese Dominanz der Frau gegenüber zum Ausdruck brachte, saß ich wie gebannt davor, es kribbelte in meinem Bauch und ich konnte meine Augen einfach nicht mehr davon lösen. Als ich 19 war heiratete ich meinen Freund, bekam unsere Tochter und das Thema SM wurde für die nächsten drei Jahre in die unterste Schublade meines Denkens und Fühlens verbannt. Eines Tages saß ich vor dem PC und betrat
einen Chat-Room. Ich lernte ein paar Leute kennen und unterhielt mich
auch recht nett mit ihnen. Bald schon war ich regelmäßig in
diesem Chat und plötzlich fragte mich jemand, ob ich einen Sklaven
brauchen könnte. Ein wenig überrumpelt lehnte ich dankend ab
mit der Begründung, ich sei selbst devot und das würde sich
dann wohl nicht vertragen. Allerdings brachte diese Frage das Thema SM
wieder auf den Tisch und ich beschloss mich doch mal ein wenig genauer
darüber zu informieren. Über ein paar Links kam ich dann auf die Seite einer dominanten Frau, da waren mehrere Erlebnisberichte und ein Forum in dem sich die Autoren dieser Berichte austauschten und plötzlich verstand ich gar nichts mehr. Ich konnte es einfach nicht glauben, dass das
wirklich die selben Menschen waren, die in ihren Berichten einen anderen
Menschen demütigten, erniedrigten und ihm Schmerzen zufügten
und das auch noch genossen und in dem Forum machten sie sich plötzlich
Gedanken über die Gefühle eben dieses Menschen, über die
Art und Weise wie sie mit ihm umgehen konnten oder nicht, sie sprachen
von Respekt und gegenseitiger Achtung. Das war für mich damals noch
ein riesiger Widerspruch, denn in ihren Berichten war nicht die Spur von
Achtung oder gar Respekt gewesen. Und das sollten wirklich die selben
Menschen sein? In dem einen Moment erniedrigen Mein Kopf sagte mir immerzu “Was regst Du Dich so auf? Genau das ist es was sie wollen, den Schmerz und die Demütigung. Es geschieht nichts wirklich gegen ihren Willen. Es ist OK so, wie es ist.“ Aber mein Bauch schrie die ganze Zeit “Sind die verrückt geworden?? Das können sie doch nicht machen!!“ Es hat seine Zeit gebraucht bis ich meinen Kopf
und meinen Bauch unter einen Hut bringen konnte. Und auf einmal war da gar kein Widerspruch mehr. Es hatte nie einen gegeben.
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